Allgemeine Rahmenbedingungen

Der Verein Altstrehlen 1 e.V. wurde 1995 gegründet, betreibt das SPIKE und ist seit 1997 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 KJHG. Schwerpunkt seines Wirkens ist Jugendarbeit nach § 11,13 und 14 KJHG, darüber hinaus Gemeinwesenarbeit in Form von Öffnung in den Stadtteil hinein, Generationen übergreifender Arbeit und Kooperation mit Partnern aus dem lokalen Umfeld.

Das Umfeld der Einrichtung, welche in Leubnitz-Neuostra ihren Standort hat, gehört zu einem sozialen Brennpunkt. Für die Aufrechterhaltung des Gesamtangebotes sind 2011 zwei sozialpädagogische Mitarbeiter in Teilzeit fest angestellt. Darüber hinaus gehören zum Personalbestand, wechselnd in Anzahl und Dauer, Beschäftigte über Kommunal-Kombi, ehrenamtliche Mitarbeiter, Praktikanten und  (auf Projekte bezogen) Honorarkräfte, die das Personal während des Offenen Treffs, der Offenen Jugendarbeit HipHop, zusätzlichen Angeboten sowie der materiell-technischen Organisation und der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Der Verein entstand und arbeitet mit einem sehr hohen Eigenleistungspotential. Er stellt sich der Herausforderung, die Anzahl und die Qualität der Angebote aufrecht zu erhalten, weiter zu entwickeln und flexibel auf Bedarf und Tendenzen zu reagieren.

Geschichte des Vereins und der Einrichtung

Anlass für die Gründung des Vereins Altstrehlen 1 war der Mangel an Angeboten der Jugendhilfe im Stadtteil Strehlen und Umgebung. Vorausgegangen waren die gescheiterten Versuche einer Jugendinitiative, den leer stehenden Hof Altstrehlen 1 als Treff nutzbar zu machen. Die damit verbundenen Erlebnisse sowie die daraus resultierenden Erfahrungen sollten Symbol und Motivation für das weitere Bemühen der Akteure sein. Deshalb wurde als Vereinsname Altstrehlen 1 e.V. gewählt.

Seit Oktober 1995 betreibt der Verein Altstrehlen 1 e.V. den Treff SPIKE. Zu den Erstnutzern des Treffs zählten auch Jugendliche, die der Graffiti-Szene angehörten. Sie prägten und prägen sowohl die inhaltliche Arbeit als auch das äußere Erscheinungsbild des Jugendtreffs entscheidend mit. Zwischen Oktober 1995 und Sommer 2000 war der Treff mehrfach gezwungen, seine Räumlichkeiten zu wechseln. An den neuen Standorten wurden jeweils mit ehrenamtlichem Engagement die vorhandenen Räume ausgebaut und gestaltet.

Kids, Jugendliche und junge Erwachsene waren und sind im Entstehungs- und Entwicklungsprozess des SPIKE immer gleichberechtigte Partner/innen. Sie konnten im Treff von Anfang an die Erfahrung machen, in ihren eigenen Bemühungen ernst genommen und unterstützt zu werden. Aus diesem Grund wurde das SPIKE an all seinen Standorten sehr schnell zu einem Anlaufpunkt. Es war und ist ein Ort, mit dem sich die Nutzerinnen und Nutzer identifizieren, an dem sie ihre Freizeit verbringen und sich erfolgreich verwirklichen können sowie für ihre Probleme verlässliche Ansprechpartner finden.

Im Sommer 2000 mietete der Verein im Keller einer ehemaligen Grundschule für das Angebot Räumlichkeiten an. Sie wurden zum großen Teil von den Jugendlichen selbst in einem enormen Aufwand von Kraft und Zeit und unterstützt von investiven Mitteln der Landeshauptstadt Dresden umgebaut und multifunktional gestaltet.

Seit erfolgter Standortsicherheit haben sich die Qualität und die Quantität des Angebotes kontinuierlich erweitert. Eine weitere Aufwertung der räumlichen Gegebenheiten erfolgte in den Jahren 2003/2004 durch den Umbau des gesamten Gebäudes zu einer Förderschule. Die ohnehin vorhandene strukturelle und inhaltliche Autonomie von SPIKEDresden wurde in diesem Zusammenhang durch eine deutlichere bauseitige Trennung vollendet. Neben der Schaffung eines separaten Eingangs und dem Einbau neuer Fenster konnten zwei weitere Räume nutzbar gemacht werden.

Das breite Raumangebot schafft multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten, die sich noch intensiver und flexibler an den Bedürfnissen der Kids und Jugendlichen orientieren und eine Öffnung der Räume für das Gemeinwesen ermöglichen. Das angrenzende Außengelände wurde jugendgerechter gestaltet und bietet insbesondere für die Offene Jugendarbeit HipHop/Graffiti große Gestaltungsfreiräume in Form vieler legaler Flächen. Eine Angebotserweiterung über den Rahmen der Jugendhilfe hinaus erfolgte in den letzten Jahren kontinuierlich und entsprechend der Bedarfe und Möglichkeiten mit besonderem Fokus auf Netzwerkarbeit und Projekte für die Stadt Dresden.

Grundsätze und Handlungsprinzipien

Methodisch und inhaltlich gehen wir davon aus, dass jeder Mensch ein Selbstentwicklungspotential besitzt und grundsätzlich in der Lage ist, eigene Zielvorstellungen und Handlungsstrategien, auch bei der Bewältigung von Problemlagen, zu entwickeln und umzusetzen. Dies wird durch die Schaffung entsprechender Bedingungen gestärkt. Deshalb zielt das Angebot auf die Bereitstellung von verschiedenartigen, individuell benötigten Ressourcen, welche für eigenverantwortliche und individuelle Persönlichkeitsentwicklung nötig sind, ab. Alle Angebote an die Nutzer sollen unterstützend begleiten, nicht aber entmündigen. Ein partnerschaftliches Beziehungsangebot kann solche Bedingungen schaffen.

Dabei werden folgende Grundsätze berücksichtigt:

  • Authentizität und Transparenz (Kongruenz)
  • Wertschätzung des Anderen als eigenständiges Individuum (Akzeptanz)
  • Einfühlendes Verstehen (Empathie)

Die jungen Menschen werden in ihrer aktuellen Situation wahrgenommen und dabei unterstützt, ihre eigenen Ziele im Kontext gesellschaftlich akzeptierter Normen und Werte herauszufinden und zu verwirklichen. Die Förderung des Erkennens und Entwickelns von Eigenkräften gemeinsam mit den Adressaten bedeutet im Verständnis des Trägers Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Angebote von SPIKEDresden sind niederschwellig und berücksichtigen stets individuelle Voraussetzungen und Realitäten. Sie zielen grundsätzlich auf die Herstellung von Chancengleichheit ab. Die gesamte Arbeit vollzieht sich vor dem Hintergrund von Querschnittaufgaben wie Lebensweltorientierung, Partizipation, Inklusion, Gender Mainstreaming, Jugendschutz, Jugendberufshilfe, Stärkung der Familie und Prävention im Hinblick auf delinquentes oder selbstschädigendes Verhalten junger Menschen.

Folgende Handlungsprinzipien gelten als Grundlage des gesamten Angebotes:

  • Humanistisches Menschenbild als Grundeinstellung
  • Ganzheitlichkeit der Sicht- und Arbeitsweise
  • Ressourcenorientierung
  • Parteilichkeit im Sinne einer positiven Einstellung zu den Zielgruppen
  • Freiheitlich demokratisches Menschenbild/weltanschauliche Offenheit
  • Anerkennung der Lebensrealitäten der Zielgruppe/Lebensweltorientierung

Die Grundsätze des sozialpädagogischen Handelns sind:

  • Niederschwelligkeit der Angebote
  • Kontinuität sozialpädagogischer Bezüge
  • Nutzer/innen- und Bedarfsorientierung

Ziele und Zielgruppen

Allgemeines Ziel von SPIKEDresden ist es, soziale Situationen zu stabilisieren, Entwicklungschancen zu erhalten und die Umsetzung selbstgesetzter Ziele zu unterstützen und effektiv zu koordinieren.

Ziel der Arbeit von SPIKEDresden ist insbesondere das Eingehen auf die Lebenssituation (und deren Verbesserung) von Kids, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihrer Peers oder Szenen im Sozialraum. Dies umfasst sowohl persönliche, materielle und soziale Lebenswelten als auch die Erhöhung der Lebensqualität und die Verbesserung des Lebensgefühls allgemein. Dies alles kann sich nicht außerhalb der vorhandenen Systeme vollziehen, deshalb sieht sich der Träger der gemeinwesenorientierten und generationsübergreifenden Arbeit sowie der Pflege und dem Ausbau von Partnerschaften (auch überregional und international) zum Nutzen der Zielgruppen verpflichtet.

Das SPIKE wird regelmäßig von Kids, Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt, sie kommen in erster Linie aus dem Sozialraum, aber auch aus angrenzenden Stadtteilen und projektbezogenen stadtweit. In der Offenen Jugendarbeit HipHop wurde und wird das Angebot des SPIKEDresden insbesondere von jungen Menschen aus Dresden und Umgebung genutzt, bei Events und besonderen Projekten können wir Menschen aus ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus begrüßen. Durch die Angebote für das Gemeinwesen erweitert sich der Nutzerkreis generationenübergreifend.